Die Pilgergräfin von Elizabeth Mittler von dem Verlag Cora des Unternehmens Harlequin Enterprises wurde mir kostenlos zur Verfügung gestellt. Vielen Dank nochmal dafür.
Aus der Historical Edition Reihe ist dieser Band 1 im Handel für 5.99€ zu erwerben
Klappentext: Burg Eschenbronn, 1376: Gräfin Leonor ist verzweifelt. Durch ihre Schuld sind ihr Mann und ihr Sohn gestorben! Mit gebrochenem Herzen begibt sie sich auf eine Wallfahrt, um am Grab des Heiligen Paulus in Rom zu sühnen. Nur die Verkleidung als Knabe bietet der Pilgergräfin Schutz. Und so begegnet sie dem edelmütigen Chevalier Robyn de Trouville, der sie als Knappe nimmt. Doch sie darf sich nicht zu erkennen geben, will auch nie wieder lieben – und sieht die Verwirrung in Robyns Blicken. Darüber, dass er in heißem Verlangen zu dem vermeintlichen Jüngling entbrannt ist…
Meine Erwartungen: Ich mag historische Romane, da sie auch immer ein Stückchen aus der alten Zeit in die neue Tragen. Dinge die recherchiert wurden, aus dem Alltag der Protagonisten finde ich sehr interessant. Ich wünsche mir also in eine andere Zeit abzutauchen.
Mein Einstieg: Nach dem dreiseitigen Personenverzeichnis hatte ich Sorge, dass es kompliziert werden würde. Dem war überhaupt nicht so. Ich habe nicht einmal nachgesehen fand es aber nett die Möglichkeit zu haben. Der Einstieg viel mir sehr leicht. Gleich im ersten Kapitel bekommt man einen Eindruck wie es in der Zeit gewesen sein musste und lernt die Pilgergräfin und ihren Charakter kennen.
Die Protagonisten: Leonor Gräfin von Eschenbronn die ihren Mann und ihren Sohn verliert, geht auf eine Pilgerreise, um deren Tod zu sühnen und vor der Alternative, der einer jungen Witwe zu damaligen Zeiten bevorstand, zu entkommen. Statt ins Kloster zu gehen oder sich neu vermählen zu lassen stiehlt sie sich heimlich mit ihrer Kammerfrau/Amme aus dem Einflussbereich ihres Schwagers und neuen Besitzer von Eschenbronn. Man lernt die junge Frau auf ihrer Reise noch besser kennen. Sie entwickelt sich von der Gräfin in einer modernen Frau. Ihre Kenntnisse die sie sich beim Unterricht ihres Bruders angeeignet hat kommen ihr immer wieder zu Gute. Der Verlust ihrer Amme trifft sie hart und sie muss nun noch stärker sein da sie nun völlig auf sich gestellt ist.
Der Chevalier Robyn de Trouville ist ein Ritter, wie er ritterlicher nicht sein könnte. Er zieht es vor den Gegnern mit einer List zu entkommen, statt mit Blutvergießen. Ist treuherzig und edelmütig. Ein ruhiger Geselle, der sehr viel Vernunft und Anstand zeigt und hilft wenn Hilfe benötigt wird. Schön zu sehen, wie der typische Junggeselle langsam Interesse an der Sesshaftigkeit und Familienbande zeigt. Sein Zwiespalt zu seinem neuen Knappen ist gut nachzuvollziehen und man fiebert dem Moment entgegen, indem er erlöst wird.
Meine Eindrücke: Sehr nett geschrieben, die Geschichte lässt sich gut verfolgen und man taucht völlig ab in ein anderes Zeitalter. Durch nette Nebeninformation wird man immer wieder daran erinnert, dass man nicht im hier ist. Schön finde ich so Kleinigkeiten, wie der Hinweis auf Bettwanzen oder die Tatsache, dass die Pilgerstätte sehr überfüllt ist und kein langes Verweilen möglich. Das macht das ganze etwas Authentisch.
Einzig der Umstand, dass Leonor quasi jede 15te Seite erwähnen muss, dass sie Schuld und dem Tod ihrer Familie trägt, war sehr lange nervig. Ich verstehe ihren Kummer, allerdings ist eine so häufige Wiederholung schon eher lästig. Zumal sie beim Tod ihrer Amme ihr näher stand als ihre Mutter, sich sofort aufraffen konnte und eine besondere Stärke gezeigt hat, ist für mich etwas widersprüchlich gewesen.
Sehr nett ist noch der Brief ihrer Schwester im Epilog. Einfach um die ganze Sache noch mal rund abzuschließen.
Historische Romane des Cora Verlags: HIER
Die Pilgergräfin: Hier
Stephie